Welche Ansprüche haben Sie auf Zugewinnausgleich und Vermögensausgleich bei Trennung und Scheidung?

Eine Trennung von Ehegatten hat – neben der menschlichen Belastung und den Fragen bezüglich gemeinsamer Kinder – meist auch finanzielle Folgen.

Es muss geklärt werden: 

  • Muss Unterhalt bezahlt werden?
  • Wie wird gemeinsames Vermögen aufgeteilt (z.B. das gemeinsame Haus)?
  • Hat ein Partner Anspruch auf Zugewinn der in der Ehezeit entstanden ist?
  • Was passiert mit einer gemeinsamen Altersversorgung (Versorgungsausgleich)?

 

Auch bei nichtehelichen Lebensgemeinschaften können ähnliche Fragen aufkommen. Insbesondere wenn größere Vermögenswerte, etwa Immobilien während des Bestehens der Beziehung, geschaffen wurden.

Zugewinn, was ist das eigentlich?

Wer heiratet und keinen Ehevertrag schließt, lebt mit seinem Ehegatten in der sogenannten Zugewinngemeinschaft; diese stellt den gesetzlichen Güterstand dar. 

Zugewinn ist der Betrag, um den das Anfangsvermögen eines Ehegatten dessen Endvermögen übersteigt. Übersteigt zum Beispiel der Zugewinn des Ehemannes den Zugewinn der Ehefrau, so steht die Hälfte des Überschusses der Ehefrau als Zugewinnausgleich zu. 

Hier verbirgt sich viel Sprengkraft. Insbesondere die Entwicklung der Immobilienpreise, gerade in boomenden Regionen wie Bamberg, Forchheim und Erlangen, führt hier oft dazu, dass Immobilien verkauft werden müssen, um den Ausgleichsanspruch finanzieren zu können. Zudem: Der Wert von Immobilien muss im Streitfall durch Gutachten ermittelt werden.

Wenn Sie oder Ihr Ehegatte als Unternehmer mit eigenem Betrieb oder Freiberufler mit eigener Praxis (Steuerberater, Rechtsanwalt, niedergelassener Arzt) tätig sind, können ebenfalls hohe Ansprüche entstehen. Die Betriebe sollen Ihren und den Unterhalt Ihrer Familie sicherstellen, anderseits droht deren Verwertung wegen des Zugewinns! Auch hier gilt: Der Wert eines Unternehmens muss im Streitfall durch Gutachten ermittelt werden.

Wann macht ein Ehevertrag Sinn?

Tatsächlich kann es Sinn machen, Eheverträge abzuschließen. Aus unserer Sicht ist dies aber nicht für jede Ehe so. Oft sind auch die gesetzlichen Regelungen das, was beide Eheleute als fair betrachten. Insbesondere bei vorhandenem betrieblichen Vermögen und/oder Immobilienbesitz ist ein guter Ehevertrag sinnvoll. Ein solcher schafft Klarheit und Rechtssicherheit für die Ehegatten. Das mag unromantisch klingen – es ist aber vernünftig.

Wichtig ist bei der Erstellung von Eheverträgen die genaue Kenntnis der Rechtsprechung des BGH zur Kontrolle der Wirksamkeit eines Ehevertrags. Ansonsten droht das Worst-Case-Szenario: Im Scheidungsverfahren zwischen Eheleuten, die jeden Streit durch Abschluss eines Ehevertrags vermeiden wollten, wird erbittert um die Wirksamkeit des Ehevertrags gestritten. 

In unserer Kanzlei in Bamberg beraten Sie Rechtsanwältin Corinna Hoffmann und Rechtsanwalt Christoph Brandt umfassend zu:

  • den Folgen der Eheschließung ohne Ehevertrag
  • praktikablen und rechtssicher gestalteten Eheverträgen.

Wir erstellen für Sie, in Zusammenarbeit mit Notaren, in jedem Stadium einer Beziehung die passenden Verträge. Ob im  Vorfeld der Eheschließung, bei bestehender Ehe oder im Zusammenhang mit einer Trennung als Trennungsvereinbarung bzw. Scheidungsvereinbarung.

Scheidung: Was passiert mit dem gemeinsamen Haus?

Das Familienheim gehört dann und nur dann beiden Eheleuten, wenn beide im Grundbuch eingetragen sind. Ist nur einer von beiden im Grundbuch eingetragen, gehört ihm dieses allein. Sind beide Eheleute Miteigentümer der Immobilie, haben sie in Bezug auf diese eine Miteigentümergemeinschaft. Diese kann durch die Zugewinngemeinschaft überlagert sein. Wir setzen das alles für Sie auseinander, bevorzugt ohne Streit und außergerichtlich im Rahmen einer einvernehmlichen Lösung. Gelingt dies nicht, setzen wir Ihr Recht gerichtlich durch.

Versorgungsausgleich: Welches Anrecht auf Altersversorgung habe ich?

Der Versorgungsausgleich ist die einzige Scheidungsfolgensache, die das Gericht von Amts wegen, also automatisch durchführt. Hier sind die in der Ehezeit erworbenen Anrechte auf Altersversorgung jeweils zur Hälfte zwischen den Ehegatten zu teilen.  Das Gericht muss alle Anwartschaften der Ehegatten ermitteln, dazu muss der Fragebogen V10 an das Gericht übersandt werden. 

Wichtig: Insbesondere Beamte erwirtschaften sehr werthaltige Altersvorsorgeanwartschaften. Wir helfen Ihnen, diese durch Abschluss von Vereinbarungen zu erhalten.

Brauche ich einen Anwalt für die Klärung von Zugewinnausgleich und Vermögensansprüchen?

Beim Zugewinn und sonstigen Vermögensauseinandersetzungen ist die Einschaltung eines eigenen Rechtsanwalts dringend notwendig. Nur so können Sie sicher sein, unabhängig und allein Ihren Interessen orientiert, beraten und vertreten zu werden. In gerichtlichen Verfahren in Bezug auf die Vermögensauseinandersetzung ist die Einschaltung eines Rechtsanwalts ohnehin zwingend.

Auch beim Versorgungsausgleich sollten Sie sich von uns beraten lassen: In der Praxis wird von einigen Gerichten der Versorgungsausgleich schematisch durchgeführt und das Ergebnis der Auskünfte in ein Berechnungsprogramm eingegeben. Das führt häufig zu richtigen Ergebnissen. Aber: Es gibt auch Fälle, in denen alle Voraussetzungen für den (teilweisen) Ausschluss des Versorgungsausgleichs gegeben sind, vom Gericht ein solcher aber dennoch nicht durchgeführt wird. Hier benötigt es ein entsprechendes Tätigwerden Ihres Rechtsanwaltes, um Ihnen eine möglichst hohe Rente zu erhalten.

Schreiben Sie uns direkt!

Wir beraten Sie gerne und diskret bei allen Fragen zu Zugewinnausgleich und Vermögensansprüche bei Scheidung und Trennung. Jede Familie ist anders, deshalb hören wir Ihnen zu und entwickeln mit Ihnen gemeinsam die für Sie passenden Lösungen.

Sprechen Sie uns jetzt an!

Ansprechpartner

Corinna Hoffmann

Fachanwältin für Familienrecht
Tel.: 0951 / 51911780

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Christoph Brandt

Fachanwalt für Familienrecht
Tel.: 0951 / 51911780

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